Donnerstag, 29. September 2011

Irgendwo im Niergendwo

Nun waren wir zu 3. Liz, Basti und Ich. Wir kannten uns aus Napier und wohnten dort im gleichen Zimmer und nun haben wir uns den Hollyford Track vorgenommen.
Die meisten Leute lassen sich zum, b.z. vom Track fliegen. Uns war dies jedoch zu teuer und so wollten wir den Track hin und zurück laufen und planten dafür gute 11 Tage ein.
Mein Auto ließ ich am Startpunkt des Track stehen und dann ging es am 18. September los.

Die ersten beiden Tage ging es über sehr gut ausgebaute Wanderwege immer am Hollyford River entlang. Vorbei an Wasserfällen (Hidden Falls Hut) zum Alabaster See (Lake Alabaster Hut).



Dort endete der gut ausgebaute Weg und es ging nun auf den Demon Trail. Wir hörten einige Sachen über diesen Weg, die Hüttenbücher waren auch voll mit Storys über den „ Demonenweg“ wie krass er doch sein und lauter so was. Letzten Endes war alles nicht so schlimm wie erwarte, es waren jede Menge rutschige Steine über die man musste und dabei ging es berghoch und wieder bergab.




Wir haben in der Demon Trail Hut geschlafen und in der Hokuri Hut.
Am 22. September war es dann nur noch eine Tagesetappe bis wir am Meer waren. Wir kreuzten Flüsse, kamen an einen alten Siedlungsort vorbei, durchquerten Regenwälder und sahen dann die Martins Bay Hut. Die direkt am Meer steht und für die nächsten 2 Tage unser Domizil war.





Der Rückweg wurde uns durch nette Waldarbeiter erleichtert die uns in ihren Boot von der Hokuri Hut bis zur McKerrow Island Hut mitnahmen. Dadurch ersparten wir uns 1,5 Tage laufen, darüber waren wir auch nicht traurig.

Von dort aus war der Weg zurück zur Lake Alabaster Hut nicht mehr weit.


An unseren letzten Tag hat uns dann doch das Regenwetter erreicht, doch bei 2 Stunden wandern war das auch nicht so schlimm.
Wir haben 10 Tage für diese Wanderung gebraucht, tagsüber hat man keinen Menschen getroffen, erst in den Hütten waren manchmal Leute,kein Auto man war halt im Busch!

Da wir nun schon einmal soweit  gefahren waren wollten wir nun noch einen kurzen Abstecher in den Milford Sound machen. Jedoch hatten wir dort kein Glück mit dem Wetter und alles lag hinter einer dicken Nebelschicht.

Ab zur Südinsel

Am 14. ging es dann direkt weiter, dass Ziel war die Südinsel. Denn wir wollten wieder wandern gehen. Wir brauchten vom Tongario Nationalpark bis nach Queenstown gute 3 Tage.
Unsere Route führte uns durch Wanganui, Levin bis kurz vor Wellington wo wir übernachteten. Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre nach Picton, Blenheim, Kaikoura bis nach Amberley (50km nördlich von Christchurch) wo wir auf einen Zeltplatz geschlafen haben und am Morgen in steif-gefrorenen Zelten munter wurden.

....so sehen -6°C beim Zelten aus...



Hafenbecker von Wellington

Röbbchen bei Kaikoura

Weiter bis nach Lake Tekapo, Twizel über den Lindis Pass (diesmal ohne Schnee) nach Cormwell und ab nach Queenstown wo wir gegen 16 Uhr ankamen.

Lindis Pass

Lake Tekapo

dort sieht man eigendlich den Mount Cook

Dort empfang Liz uns mit Vorfreude auf unsere Wanderung.
Der Schlüsselanhänger von dem Zimmer in unseren Hostel hat uns dann prompt zum Bier-trinken animiert. Da man mit Ihm 2 Getränke zum Preis von einen in der Buffalo Bar bekommt….sowas sollte man sich nicht entgehen lassen.



Kanu Tour auf dem Whanganui River

Nachdem Basti und Ich unsere Tongario Tour beendet hatten brauchten wir etwas anderes. Kurz gesagt wir wollten nicht mehr laufen, aber trotzdem unterwegs sein.
In dem Hostel wo wir uns zu dieser Zeit befanden hing ein großes Poster von einem Kanuverleih, wir ließen uns von diesen inspirieren und am 10. September ging es los, 3 Tage Flusswandern auf dem Whanganui River. Der im Westen der Nordinsel ist. Die 5 Tages-Tour blieb uns leider verwehrt, da es einfach zu sehr geregnet hatte und dadurch zu viel Wasser im Fluss war. So starteten wir in Whakahoro.

An unseren ersten Tag hatten wir noch blauen Himmel. Es gab einige schöne Stromschnellen und viele Teilstücken wo man sehr viel paddeln musste.




Unser Tagesziel war die John Coull Hut, die ungemütlich und kalt war. Mit nassem Holz Feuer zu machen klappt also hier auch nicht so gut.


Der nächste Tag war….sagen wir mal „bescheiden“. Als wir unser Kanu beladen haben fing es an mit regnen und dieser Regen wollte uns den Tag über auch nicht mehr aus dem Augen lassen. So sind wir einfach bis zur Tieke Kainga Hut durchgefahren.
Dort erwartet uns nicht einfach nur eine Hütte im Wald. Sondern ein Versammlungshaus der Maori, mit Küche und einen extra „Schlafhaus“.

Wir hatten uns dazu entschlossen 2 Nächste dort zu bleiben, was auch ganz gut war den am nächsten Tag regnete es nur.
Am 13. Packten wir unsere Sachen und staunten nicht schlecht als wir den Fluss gesehen haben, in dem der Wasserpegel um gute 2 Meter angestiegen war. Es kamen noch ein paar Stromschnellen und in Pipiriki wurden wir abgeholt und es ging zurück zu meinem Auto.


Tongario National Park zum 2.


Von Napier bin ich am 31. August mit Basti nach Taupo gefahren. Über Taupo geht die beste Straße in den Nationalpark auch wenn es ein ganz schöner Bogen ist. In Taupo packten wir unsere Rucksäcke und nutzten noch einmal den Luxus einer warmen Dusche.

Warum das alles, fragt man sich jetzt vielleicht.
Wir wollten mal wieder wandern gehen und diesmal nicht nur auf einen Wanderweg, nein wir wollten 2 Wanderwege miteinander verbinden. Diese Wege sollten uns durch Sumpfwiesen, Urwald und den größten Teil durch hoch Alpines Gelände führen. Ach ja und es liegen gute 2 Meter Schnee dort oben….das sollte man noch erwähnen.


Da wir aus unseren Fehlern lernen haben wir uns am Vortag Steigeisen und Eispickel ausgeliehen. Nach einer weiteren, kalten, Nacht auf einen Zeltplatz im Nationalpark sind wir am Morgen des 2. September um 5.30 Uhr aufgestanden und losgezogen.
Wir starteten in Whakapapa Village auf dem Tongario Northern Circiut Track, der die ersten 3 Stunden nur durch sumpfiges Buschland führt.
irgendwo hier muss der Weg doch sein!?!


Bis man mit den Aufstieg zum  Süd-Krater beginnen darf…was auch seine Zeit gebraucht hatte, da wir für über 7 Tage essen dabei hatten und das macht das ganze nicht einfacher.
Als Highlight haben wir uns überlegt den Mount Ngauruhoe zu besteigen. Ende März stand ich bereits schon einmal auf diesen 2290 Meter hohen Vulkan. Doch mit Schnee und Eis hat es gleich noch mehr Anreiz es zu versuchen.
Die Rücksacke ließen wir am Fuße des Vulkanes im Schnee zurück und machten uns mit unseren Pickeln auf den Weg nach oben. Die Flanken schienen noch steiler als wie im Sommer zu sein und bald wurde uns bewusst dass wir ohne die geliehene Ausrüstung hier keine Chance hätten.

Wenn man zwischen seinen Füßen hindurch sah, schaute man eine fast senkrechte Wand über hunderte Meter nach unten.
Es ist schon erstaunlich das selbst wenn man total am Ende ist, doch irgendwie weiter macht weil einen irgendwas antreibt.
Nach einer gefühlten Unendlichkeit standen wir zusammen an den riesen Krater, der sich am Gipfel des Berges befindet.




Herunter rutschten wir größtenteils auf dem Hintern, denn wir mussten uns beeilen…die Sonne ging langsam unter.
Jetzt  hätte dort eine Hütte stehen können, aber nein. Vor uns lagen jetzt noch gute 3,5 Stunden Weg zu unserer Hütte für die Nacht. Die letzten 2 Stunden sind wir im dunkeln abgestiegen und durch Schnee- und Steinfelder zu der Otuere Hut gelaufen. Am Ende des Tages hatten wir eine reine Wanderzeit (ohne Pausen) von über 11,5 Stunden und gute 2800 Höhenmeter (auf und ab zusammen) hinter uns gebracht…und waren fertig.


Der nächste Tag gestaltete sich da einfacher 3 Stunden bis zur Waihohonu Hut und dann weiter ausruhen.



Am 4. September ging es weiter zur Rangipo Hut, wir verließen den Northern Circuit Track und waren nun auf den Round the Mountain Track der uns einmal um den Mount Ruapehu führen sollte.
Der Weg führte uns durch die trockenste Gegend der Nordinsel, diese konnte man auch im Film Herr der Ringe sehen….hier irgendwo muss das schwarze Tor doch sein. Wir haben es nicht gefunden, vielleicht auch besser so. Allerdings ist die „Mondlandschaft“ nicht besonders Abwechslungsreich, aber wer erwartet schon eine beach-Party auf dem Mond.



Es folgten endlose viele Pässe und einige Hängebrücken über reisende Gletscherflüsse.
Und dann war er wieder da, Schnee überall Schnee. Nach einen endlos erscheinenden Tag erreichten wir die Rangipo Hut, Mitten im Schnee…und wir waren wieder fertig.






Es wurde kalt als die Sonne unterging, der Schnee gefror zu Eis und ein kalter Wind kam über die Berge. Doch in der Hütte hatten wir stabile 35°C, guter, sehr guter Holzofen….
Da war Er schon, der nächste Tag. Unser Ziel war heute die Mangaehuehu Hut, gute 6 Stunden Gehzeit. Wir zogen uns am Morgen gleich unsere Steigeisen wieder an, da alles über Nacht zu Eis geworden ist und liefen los. Der Weg führte über mehrere Steilhänge mit leichter Kletterei und einen riesigen Tal das voller Geröll war, bergab und bergauf.

Der Schnee wurde weniger sodass er nur noch in kleinen Talsenken zu finden war, doof nur das der Wanderweg immer dort lang ging und man des Öfteren hüfttief im Schnee steckte.
Doch alles hat irgendwann ein Ende und so auch diese Tagesetappe.


Am 6. September ging es für uns zur Mangaturuturu Hut (kein Witz das Ding heißt echt so). Vorbei an den Waitonga Wasserfall, der der größten im Nationalpark ist.

Es war eine schöne Wanderung bis wir zur Ohakune Mountain Road kamen. Dieser Straße folgten wir über 3 km bergauf, aber deftig bergauf. An uns fuhren die Schnee-Touristen in ihren großen Autos vorbei und guckten uns doof an.
Als wir oben ankamen ging es über ein Seitental wieder nach unten, dieses teilten wir uns mit einem großen Gletscherbach, den wir mehrmals kreuzten.


Die Hütte bot uns durch ein großes Panoramafenster einen super Blick auf den Mount Ruapehu, der weiße Kollos leuchtet am Abend richtig auf.

Am vorletzten Tag ging es wieder hoch und runter, man brach hüfttief in den Schnee ein, versank bis über die Knöchel im Schlamm. Doch der Rucksack war deutlich leichter geworden.


Nach dieser ruhigen Wanderung erreichten wir die Whakapapaiti Hut, diesmal waren wir aber nicht alleine, es war auch nicht nur ein schnarchender Franzose, nein es war eine ganze Schulklasse von einer Mädchensportschule und wir waren die Helden des Tages.

Um unseren Rundweg zu vollenden mussten wir am nächsten Tag nur 2 Stunde gehen. Ich war beruhigt mein Auto zu sehen, ohne eingeschmissene Fenster und nicht ausgebrannt.




In den 7 Tagen haben wir gute 93 Kilometer zurückgelegt durch nicht einfaches Gelände. Nun galt es einfach nur noch eine warme Dusche zu finden.